Wie wird man Tagesmutter? Eine berufliche Alternative?




mother-1039765_1280Nach der Elternzeit steht für die meisten Mütter die Rückkehr in das Berufsleben an. Einige können oder wollen nicht in den alten Job zurück und überlegen sich Alternativen. Da sie sich sowieso um das eigene Kind / die eigenen Kinder kümmern müssen, kommt häufig die Idee auf, Tagesmutter zu werden. Räumlichkeiten, Spielzeug und Know-How stehen schließlich bereits zur Verfügung. Ist die Sache wirklich so einfach?

Klarheit in der eigenen Familie schaffen
Regelmäßig zusätzliche Kinder in den Haushalt aufzunehmen, kann durchaus eine Bereicherung sein. Doch stellen Sie sich zuerst die Frage: Wie stabil sind meine eigenen Familienverhältnisse überhaupt? Kommen wir gut miteinander klar, haben wir tragfähige Alltagsstrukturen aufgebaut? Eine Familie, die gerade dabei ist, sich wie ein Mobile nach dem Windstoß wieder einzupendeln, muss erst einmal selbst zur Ruhe kommen, um weitere Kinder tragen zu können. Setzen Sie sich mit Ihrem Partner zusammen und überlegen Sie gemeinsam in Ruhe: Reichen die Nerven und Erziehungskompetenzen auch noch für Tageskinder? Wie viele Kinder können Sie aufnehmen? Und für wie viele Stunden am Tag? Benötigen Sie eine Neuorganisation der Haushaltstätigkeiten?

Pflegeerlaubnis erhalten
Tagesmütter benötigen grundsätzlich eine Pflegeerlaubnis des zuständigen Jungendamtes: Rufen Sie dort an und erkundigen Sie sich nach den Voraussetzungen. Zumeist werden Mitarbeiter des Jugendamtes Ihre Wohnverhältnisse begutachten und Ihnen die Teilnahme an einem Tagesmutterkurs nahelegen. Art und Umfang des Kurses sind Sache der jeweils zuständigen Behörde und nicht einheitlich festgelegt. Doch ein Teilnahmezertifikat wird in jedem Fall benötigt, damit Sie die offizielle Zulassung als Tagesmutter erhalten. Ein polizeiliches Führungszeugnis und eine Gesundheitsbescheinigung müssen üblicherweise ebenfalls vorgelegt werden, um in dem angestrebten, neuen Job aktiv zu werden.

Selbstständigkeit als Tagesmutter
Eine Tagesmutter ist nicht Angestellte des Jugendamtes, sondern sie arbeitet auf selbstständiger Basis. Das bedeutet, dass die betreffende Frau ab einem bestimmten Nettoeinkommen aus der Familienversicherung fällt und sich selbst krankenversichern muss. Erfragen Sie die diesbezügliche Einkommensschwelle am besten direkt bei Ihrer Krankenkasse, er liegt derzeit bei etwa 360 Euro. Denken Sie auch an Ihre Altersvorsorge, an eine gute Unfallversicherung (hierzu besteht eine Pflicht!), eine auf den neuen Job abgestimmte Haftpflichtversicherung. Erkundigen Sie sich am besten beim zuständigen Jugendamt: Ist über die Behörde der spezielle Abschluss einer Tagesmutter-Haftpflicht möglich? Oder existiert ein Tagesmutterverein mit Sammelhaftpflicht?

Vergütung für Tagesmütter
Der Stundenlohn für die Betreuung eines Kindes pro Stunde liegt bei ungefähr 2 bis 5 Euro. Die Zahlungen erfolgen hauptsächlich über das Jugendamt, manchmal aber auch direkt von den Eltern. Alles, was über der pro Kind und Monat festgelegten Betriebskostenpauschale liegt, gilt als zu versteuerndes Einkommen: Erkundigen Sie sich bei Ihrem Jugendamt oder dem Finanzamt über die Höhe dieser Pauschale. Wenn Sie alle Fakten über Ein- und Ausgaben gesammelt haben, dann rechnen Sie besser einmal ganz genau durch, ob der angestrebte Job für Sie finanziell lohnenswert ist. Reich geworden durch das Tagesmuttergeschäft ist nämlich noch niemand, doch wer ein echtes Herz für Kinder hat, dem bringt die Betreuung der Kleinsten tagtäglich Freude!

Für nähere Informationen empfehle ich das Handbuch Kindertagespflege des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.



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