Wieviel darf man zum Arbeitslosengeld I dazuverdienen?

Ein kleines Nebeneinkommen zum Arbeitslosengeld I ist anrechnungsfrei gestattet. Welche gesetzlichen Regelungen treten für diejenigen in Kraft, die während der Arbeitslosigkeit ein wenig arbeiten?

euro-427528_1920Wieviel darf man zum Arbeitslosengeld I dazuverdienen?
Nebenverdienste zum Arbeitslosengeld müssen grundsätzlich der zuständigen Agentur für Arbeit gemeldet werden. Alle drei Monate ist während der Bezugszeit von Arbeitslosengeld eine schriftliche Abrechnung fällig, die der Arbeitslose beim Amt fristgerecht einreichen muss. Auf den hierzu auszufüllenden Formularen werden sowohl die einzelnen Arbeitsstunden als auch der Gesamtverdienst pro Monat vermerkt. Nur wer unter 15 Stunden pro Woche arbeitet, besitzt überhaupt einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I, darüber gilt man nicht mehr als arbeitslos.


Regelungen zum Zuverdienst laut SGB III
Das dritte Sozialgesetzbuch regelt die genauen Bedingungen des Nebeneinkommens zum Arbeitslosengeld I. Bei der Berechnung des Zuverdienstes spielt es keine Rolle, ob Sie selbstständig tätig sind oder in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis stehen. Der monatliche Freibetrag, den Sie von Ihrem Nebeneinkommen behalten können, liegt  bei 165 Euro (Stand: 10. Juni 2011). Dabei gilt das Nettoeinkommen, also das von allen Abzügen bereinigte Bruttoentgelt. Lohn- und Einkommensteuer, Sozialversicherungsbeiträge, Kirchensteuer, Solidaritätszuschlag, Werbungskosten, Fahrtkosten und sonstige Unkosten für Selbstständige werden vorher abgezogen.

Anrechnung des Nebeneinkommens bei ALG I
Jeder Betrag, der über die genannten 165 Euro hinausgeht (Stand: 10. Juni 2011), wird vom Arbeitslosengeld I komplett abgezogen. Zu beachten ist hierbei, dass das Arbeitslosengeld in Tagessätzen berechnet wird und somit geringe Abweichungen bei den Abzügen entstehen können. Geht der Anrechnungsbetrag über den Betrag des monatlichen Arbeitslosengeldes hinaus, dann fällt das Arbeitslosengeld weg.

Wichtig! Melden Sie Ihr Nebeneinkommen immer bei der Agentur für Arbeit an! Sonst kann es zu Rückzahlungsforderungen oder auch Geldbußen kommen.

Quelle: Broschüre „Wissenswertes zum Thema Nebeneinkommen“, Bundesagentur für Arbeit, Marketing, März 2011

Wichtiger Hinweis: Die genannten Fakten und Zahlen sind nicht dauerhaft gültig. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich besser bei der entsprechenden, offiziellen Stelle nach der aktuellen Gesetzeslage.


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