Was ist Gleitzone? Mehr als ein Minijob




coffee-820016_1280Was bedeutet „Gleitzone“? Und wann ist Arbeiten in der Gleitzone sinnvoll? Ein Beschäftigungsmodell, das für erziehende Elternteile sinnvoll sein kann: Der Verdienst liegt über dem eines 400-Euro-Jobs und wird staatlich begünstigt durch geringere Beiträge zur Sozialversicherung.


Welcher Verdienst liegt in der Gleitzone?
Bis zum 1. Januar 2013 gilt:* Ab einem Gehalt von 400,01 Euro pro Monat fängt die Gleitzone an, die Maximalgrenze von 800,00 Euro darf nicht regelmäßig überschritten werden. Der Begriff „Gleitzone“ weist darauf hin, dass es sich um eine Beschäftigungsart zwischen einem geringfügigen Job und einer regulären Teil- bzw. Vollzeitstelle handelt. Für erziehende Elternteile kann die Arbeit in der Gleitzone interessant sein, denn der Zuverdienst zum Familieneinkommen liegt höher als bei einem 400-Euro-Job und trotzdem bleibt noch viel Zeit für die Kinder übrig. Wer im Rahmen der Gleitzone saisonabhängige Schwankungen seines Verdienstes hinnehmen muss, dessen Jahresgehalt wird geschätzt.


Gleitzonenrechner, Gleitzonenformel
Jobs in der Gleitzone sind sozialversicherungspflichtig. Der Arbeitnehmer zahlt allerdings einen geringeren Beitrag, der sich nach der so genannten Gleitzonenformel berechnen lässt. Der Faktor F wird jedes Jahr vom zuständigen Bundesministerium für Arbeit und Soziales neu bekannt gegeben: F x 400 + (2 – F) x (Verdienst – 400)
Das Ergebnis dieser Formel ist das geminderte Entgelt, anhand dessen die Sozialversicherungsbeiträge mit den aktuell gültigen Prozentsätzen berechnet werden.

Arbeitslosenversicherung und Rentenanspruch in der Gleitzone
Der Leistungsanspruch gegenüber der Agentur für Arbeit bleibt trotz des reduzierten Beitrags unangetastet, im Falle der Arbeitslosigkeit wird das Arbeitslosengeld voll gezahlt. Für die gesetzliche Rente wird allerdings nur das geminderte Arbeitsentgelt berechnet, wenn der Beschäftigte nicht ausdrücklich schriftlich gegenüber dem Arbeitgeber auf die Reduzierung verzichtet.

Jobs in der Gleitzone
Durch den geringeren Sozialversicherungsbeitrag sind Jobs in der Gleitzone relativ lohnenswert, für alle, die zumindest zeitweise stärker auf Familie als auf Karriere setzen möchten. Die Bundesagentur für Arbeit sieht die Beschäftigung in der Gleitzone als „Brücke in die Vollzeitbeschäftigung“ – und das kann ein solcher Job tatsächlich sein, wenn die Kinder größer sind und ein verstärkter Einstieg in das Arbeitsleben erfolgen soll.


Quelle: Broschüre „Beschäftigung in der Gleitzone“, Bundesagentur für Arbeit, Marketing, Januar 2008

* Zusatzinformation: Zum 1. Januar 2013 erhöht sich die Verdienstgrenze für Minijobber auf 450 Euro, damit verschiebt sich die Gleitzone auf 450,01 bis 850,00 Euro!

Wichtiger Hinweis: Die genannten Fakten und Zahlen sind nicht dauerhaft gültig. Im Zweifelsfall erkundigen Sie sich besser bei der entsprechenden, offiziellen Stelle nach der aktuellen Gesetzeslage.


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