Schaden bei Freundschaftsdienst: Wer haftet?




Kleine oder auch größere Gefälligkeiten unter Freunden sind eine Selbstverständlichkeit, manchmal geht dabei auch etwas schief. Wert haftet für den Schaden, der aus einem Freundschaftsdienst entsteht?

7b7f0264.mTeure Gefälligkeit: Wer bezahlt, wenn etwas zu Bruch geht?

Die meisten Menschen haben sich bereits mindestens einmal im Leben als Umzugshelfer betätigt, einige habe sich auch schon in der Urlaubszeit um das Haus der Freunde gekümmert. Freundschaftsdienste sind in unserer Gesellschaft eine übliche Gepflogenheit, doch nicht immer bleibt dabei alles heil. Wenn beim Umzug der teure Fernseher die Treppe hinunterfällt oder die Wohnungspflanzen trotz Pflanzensitter nach dem Urlaub nur noch aus braunem Gestrüpp bestehen, dann kommt die Frage auf: Wer haftet nun eigentlich?

Die Antwort auf die Haftungsfrage hängt ganz von den Umständen ab. Insgesamt kann man sagen, dass jemand, der einen Schaden versursacht, dafür auch aufkommen muss. Allerdings unterstellen die Gerichte bei Freundschaftsdiensten in der Regel einen stillschweigenden Haftungsausschuss. Darum haften private Helfer nur dann, wenn sie grob fahrlässig oder sogar vorsätzlich gehandelt haben.

Was bedeutet „grob fahrlässig“?

Eine grobe Fahrlässigkeit besteht dann, wenn eine Person trotz besseren Wissens ein unnötiges Risiko eingeht und sich dabei einredet, dass wahrscheinlich alles gutgehen wird. Wer allerdings guten Gewissens sein Bestes tut, kann für die Schäden aus einer Gefälligkeit nicht belangt werden. Ein Umzugshelfer, der zerbrechliche Sachen aus dem Lastwagen wirft, in der Hoffnung, irgendjemand wird sie schon fangen, handelt wahrscheinlich grob fahrlässig. Wer allerdings die Umzugskisten auf der Ladefläche zusammenschiebt, um ein wenig mehr Platz zu gewinnen, und dabei versehentlich einen Gegenstand zerdrückt, wird wohl um seine Haftung herumkommen.

Zahlt die Haftpflichtversicherung bei Schäden aus Gefälligkeit?

Die Frage, ob die Haftpflichtversicherung zahlt, wenn ein Versicherter im Rahmen eines Freundschaftsdienstes aus Versehen einen Schaden anrichtet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Einige Versicherungsunternehmen werden sich jedenfalls weigern, die Kosten zu begleichen – und das Recht ist dabei auf ihrer Seite. Kulante Versicherer jedoch übernehmen manchmal die Schadenshaftung, auch wenn kein gesetzlicher Anspruch besteht.

Auch hier besteht ein Haftungsausschluss für versehentliche Falschdarstellungen: Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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