Alte Technik, steigender Wert: Oldtimer als Geldanlage




Mindestens 30 Jahre alt müssen sie sein, die Autos mit dem begehrten “H”-Kennzeichen. Längst haben nicht nur verschrobene Autofreaks und Bastler die Oldtimer für sich entdeckt, sondern auch die Kapitalanleger. Viele Oldtimerbesitzer vereinen allerdings beide Seiten in sich: Sie lieben gepflegte, ältere Automobile mit dem “gewissen Etwas” – und erhoffen sich zugleich eine beständige Wertsteigerung.

oldtimer-146524_640Lohnt sich das Anlegen in Oldtimer?

Tatsächlich boomt der Oldtimermarkt: Seit dem Jahr 1999 verzeichnet der Deutsche Oldtimer-Index einen rekordverdächtigen Zuwachs, allein im Jahr 2011 legte er um über 9 % zu. Die Nachfrage nach Oldtimern ist groß, die Anzahl der Fahrzeuge begrenzt. Hier öffnet sich für Anleger ein Markt, der von anderen Finanzwerten abgekoppelt und darum krisensicher scheint. Nicht nur die Edelkarossen vergangener Jahrzehnte bieten sich als lukrative Sammler- und Investmentobjekte an, auch zahlreiche Alltagsautos unserer Eltern und Großeltern gewinnen beständig an Wert. So verzeichnete laut Deutschem Oldtimer Index der Citroën 2CV 6, im Volksmund auch “Ente” genannt, im Jahr 2011 den größten Wertzuwachs, auf Platz 3 liegt der in alten Zeiten von vielen belächelte Kleinstwagen Fiat 500 F. Oldtimer als Geldanlage – wie funktioniert das?

In Oldtimer investieren: So geht es!

Reine Kapitalanleger kaufen bestimmte Oldtimer-Modelle gezielt in großem Stil an und verschließen sie in Hallen, um sie Jahre später mit möglichst hoher Rendite zu verkaufen. Viele wertvolle Wagen parken allerdings auch in der privaten Garage ihrer neuen Besitzer, sie stehen für Ausfahrten bereit. Die gefahrene Kilometerzahl sollte sich allerdings dabei in Grenzen halten, um den hohen Wert der Fahrzeuge zu erhalten: Das oberste Limit liegt bei etwa 2.000 km Jahresfahrleistung. Einsteiger erhalten Ihren Oldtimer als Geldanlage durchaus für unter 20.000 EUR, das mittlere Preissegment reicht bis in den unteren sechsstelligen Bereich. Wer in echte Luxuskarossen vergangener Jahrzehnte investieren möchte, zahlt in seltenen Fällen bis zu 35 Millionen Euro, zum Beispiel für einen gepflegten, alten Bentley oder einen Bugatti. Eine wichtige Regel: Investieren Sie möglichst nicht mehr als höchstens 10 % Ihres Gesamtvermögens in Oldtimer als Geldanlage. Das Geld ist im Normalfall für viele Jahre gebunden – und Sie müssen im Anschluss einen Käufer finden, der bereit ist, den aktuellen Marktpreis tatsächlich zu zahlen. Außerdem besteht vor allem bei der Investition in Wertobjekte mit hoher Rendite die Gefahr einer Preisblase, die sich dann aufbläht, wenn zu viel Spekulationskapital in dieselbe Richtung fließt. Also bietet auch ein Oldtimer als Geldanlage kein risikoloses Geschäft.

Andreas Morlok  / pixelio.de
Auch ein gut erhaltener alter VW Käfer kann eine lohnenswerte Geldanlage sein.
Andreas Morlok / pixelio.de

Wie sieht es mit den laufenden Kosten aus?

Wenn Sie einen Oldtimer als Geldanlage erwerben, dann werden Sie in jedem Fall auch laufende Kosten finanziell abdecken müssen, das schmälert die Rendite. Der Inhaber eines Oldtimers zahlt für Pflege und Wartung seines Wagens ebenso wie für eventuelle Reparaturen und die Versicherung. Reine Ausstellungsautos werfen zudem noch Garagenkosten auf. Der Wertzuwachs der Automodelle mit niedriger Rendite kompensiert damit häufig gerade einmal die Unterhaltskosten, so genießt der Besitzer immerhin das Vergnügen, einen Oldtimer kostenlos zu fahren. Bei mittel- und hochpreisigen Modellen mit starker Rendite fallen die laufenden Kosten allerdings kaum ins Gewicht.

Für wen lohnt sich ein Oldtimer als Geldanlage?

Autoaffine Anleger haben es in diesem Investmentbereich sicherlich leichter als Menschen, die von den charmanten alten Wagen wenig Ahnung haben. Autofreunde profitieren zudem nicht nur materiell, sie freuen sich auch über ihren erworbenen Oldtimer. Einsteigern sei empfohlen, sich an einen markterfahrenen Fachb

erater zu wenden. Als Anleger sollten Sie mehrere tausend Euro für fünf bis zehn Jahre entbehren können. Ein Oldtimer als Geldanlage lohnt sich auch für Investoren im mittleren Preissegment, die mehr als 20.000 Euro zur Verfügung haben. Die begehrtesten Modelle bekannter Marken erzielen durchaus Wertgewinne von über 20 %: eine lohnenswerte Rendite in Niedrigzinszeiten. Doch egal, welchen Oldtimer als Geldanlage Sie wählen, Sie benötigen auf jeden Fall eine sichere Garage und einen gute Oldtimer-Versicherung.

Vorteile für Kapitalanleger:

– Oldtimer als Geldanlage locken mit einer konstant hohen Rendite
– schon mit wenigen tausend Euro sind Sie dabei
– auch für Großanleger sehr lohnenswert
– Oldtimer-Markt abgekoppelt von anderen Finanzwerten: krisenfest
– ein charmantes, altes Auto steht ausfahrbereit in der Garage

Nachteile für Kapitalanleger:

– Geldsummen für viele Jahre gebunden
– Rendite wird geschmälert durch Unterhaltskosten für den Wagen
– Gefahr einer Preisblase im Bereich Oldtimer als Geldanlage
– der Gewinn hängt davon ab, ob Sie einen Käufer finden
– Oldtimer als Geldanlage sollten höchstens 2.000 km pro Jahr gefahren werden

Alle Angaben ohne Gewähr.

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