Lohnt sich heiraten finanziell? Ehe und Lebenspartnerschaft unter der Lupe




Die Frage, ob sich heiraten finanziell lohnt, klingt natürlich nicht sehr romantisch, hat aber ihre Berechtigung. Ein Steuerberater würde Ihnen wahrscheinlich eine Heirat empfehlen, besonders dann, wenn Sie Nachwuchs planen. Aber es gibt auch Situationen, in denen eine Ehe oder Lebenspartnerschaft finanziell negative Auswirkungen hat.

wedding-ring-390771_1920
Mehr Geld durch Heirat oder Eingetragene Lebenspartnerschaft?

Ehegattensplitting: Gemeinsame Veranlagung nutzen

Bereits in der frühen Schwangerschaft können Eheleute ihre finanziellen Vorteile nutzen: Ein Wechsel der Steuerklassen steigert bei Zusammenveranlagung in vielen Fällen das Elterngeld. Denn die Höhe des staatlichen Elterngeldes für denjenigen Partner, der nach der Geburt des Kindes auf Arbeitsstunden verzichtet oder ganz zu Hause bleibt, richtet sich nach dem vorherigen Nettoeinkommen. Wechselt der spätere Elterngeldbezieher (oder die -bezieherin) bereits Monate vorher in die günstigere Steuerklasse III, bleibt mehr vom Bruttolohn übrig und der staatliche Zuschuss steigt.

Der Partner mit der nun ungünstigeren Steuerklasse muss nun zwar monatlic

h mehr Geld an den Staat zahlen, erhält dies aber im Lohnsteuerjahresausgleich wieder zurück, wenn sich in der Endabrechnung herausstellt, dass insgesamt zu viel Steuern gezahlt wurden. Einen Haken hat die Sache: Wahrscheinlich müssen Sie eine Zeitlang mit weniger Geld im Monat auskommen, bis im darauffolgenden Jahr der Ausgleich stattfindet.

Ehegattensplitting auch für Eingetragene Lebenspartnerschaften

Allerdings muss man zur Inanspruchnahme des Ehegattensplittings nicht unbedingt heiraten, eine Eingetragene Lebenspartnerschaft reicht seit 2013 ebenfalls dafür aus. Die gemeinsame Veranlagung bringt vor allem bei großen Gehaltsunterschieden der beiden Partner echte finanzielle Vorteile, auch wenn in nächster Zukunft keine Elterngeldzahlung ansteht.

Insgesamt wurden Eingetragene Lebenspartnerschaften in den letzten Jahren der Ehe finanzrechtlich weitgehend gleichgestellt. Die Witwen- und Witwerrente gilt für beide Arten des Familienstandes, ebenso wie der gesetzliche Güterstand der Zugewinngemeinschaft und der Versorgungsausgleich über die Altersrente. Durch einen notariellen Vertrag lassen sich die letzten beiden Aspekte allerdings auch wieder ausschließen.

Eingetragene Partnerschaft und Ehe lohnen sich nicht immer finanziell

Häufig resultiert aus dem Schließen einer Ehe oder einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft ein finanzieller Vorteil, doch manchmal lohnt sich das Heiraten mit dem Blick auf das Konto auch nicht. Beispielsweise geht bei Neuheirat nach Verwitwung die Hinterbliebenenrente verloren, und das bereits auf dem Folgemonat der Hochzeit. Ein kleines Trostpflaster bietet in diesem Fall die Rentenabfindung, die allerdings extra beantragt werden muss.

Auch sind Ehegatten und Lebenspartner dazu verpflichtet, füreinander zu sorgen, sollte einer von ihnen arbeitslos werden oder nur ein geringfügiges Einkommen aufweisen. Reicht ein Gehalt für beide, wird kein Arbeitslosengeld II gezahlt.

Trauschein lohnt sich doch!

Wie wir alle wissen, kann sich der Trauschein aber auch auf ganz andere Weise lohnen – und damit kommen wir doch wieder auf den romantischen Aspekt zurück. Denn was wäre die echte Liebe ohne ein ernstzunehmendes, offizielles Treueversprechen?

Alle Angaben ohne Gewähr

(Visited 137 times, 1 visits today)