Darum sollten die Deutschen beim geliebten Bargeld bleiben




Laut einer neuen Studie der Bundesbank zahlen die Deutschen noch immer beinahe die Hälfte ihrer Einkaufe bar statt mit Karte. 48 % der Kunden können ihre Hände nicht von Scheinen und Münzen lassen, doch das sind immerhin schon 5 % weniger als noch drei Jahre zuvor. Der Trend weist also hin zum bargeldlosen Zahlungsverkehr.

Scheine und Münzen haben einen ganz praktischen Nutzen

In den skandinavischen Ländern zahlt, wie wir alle wissen, kaum noch jemand mit barem Geld, doch die Deutschen klammern immer noch an ihrem analogen Geldbeutel. Allerdings wirkt der Klammergriff nicht mehr ganz so fest wie noch vor kurzem, allmählich scheint sich der Griff zu lösen, nur eben sehr viel langsamer als bei den nördlichen Nachbarn. Trotzdem liegen wir mit unserem Hang zum Barzahlen gar nicht so verkehrt, denn abgesehen davon, dass unser Einkaufsverhalten und damit auch unsere Lebensweise mit der Nutzung des Plastikgeldes immer nachvollziebarer und damit gläserner wird, haben Scheine und Münzen auch einen ganz praktischen Nutzen.

Vielen Menschen fehlt die ganz reale Zahlungserfahrung

Wer mit Bargeld zahlt, der nimmt optisch und haptisch genau wahr, was er bei jedem Einkauf ausgibt. Die Scheine in der Geldbörse reduzieren sich immer weiter, während das Kupfergeld munter klimpert. Vielen Menschen fehlt diese ganz reale Zahlungserfahrung, wenn sie ihr Geld nur noch auf digitalem Wege ausgeben. Die Folge: Sie verlieren leichter den Überblick über ihre Ausgaben, bekommen es gar nicht mit, wenn der Kontostand mal wieder ins Minus rutscht. Die böse Überraschung folgt dann spätestens am Monatsende, wenn nichts mehr geht und die Bank noch dazu einen Haufen Zinsen abbucht. Barzahler gerate nicht so schnell in den Schuldenstrudel, vor allem dann nicht, wenn sie gleich nach Gehaltsempfang ihr zur Verfügung stehendes »Haushaltsgeld« von der Bank abheben und sich dann bis zum Ende des Monats auf diesen Betrag beschränken. Übersichtlicher geht es nicht!

Bar zu zahlen, heißt Geld zu sparen!

Um den Wert des Geldes zu erfassen, brauchen die meisten eine visuelle Wahrnehmung des Betrages. Das heißt, sie müssen das Geld vor sich liegen sehen, um die Höhe eines Preises einschätzen zu können. Bei der Verwendung einer Kreditkarte geht der Überblick über Ausgaben leicht verloren. Das sinnliche Erlebnis des Geldausgebens gewährleistet eben nur „Bares“. Die leichtsinnige Abrechnung über die Kreditkarte dagegen führt am Monatsende häufig zu bösen Überraschungen. Daher gilt, nach Möglichkeit beim Shoppen nur Bargeld einzusetzen. Ist das Budget verbraucht, kann halt nichts mehr eingekauft werden. Bei der Kreditkarte besteht die Gefahr, auch über die möglichen Grenzen hinaus Einkäufe zu tätigen. Bar zu zahlen heißt also in vielen Fällen, auch Geld zu sparen: Dies gilt besonders für Familien, deren Budget zumeist besonders schnell wegschmilzt, weil mehrere Köpfe davon zehren.

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